Resultat Nationalratswahlen 2015

Liebe Wählerinnen und Wähler

Die Nationalratswahlen vom 18. Oktober 2015 werden mir lange in Erinnerung bleiben. Einerseits freue ich mich über mein persönliches Resultat. Mit 27'085 Stimmen erreichte ich auf der Liste der SP-Frauen Rang 9. Zudem konnte die SP Kanton Bern ihre 6 Sitze halten. Andererseits stimmt mich der Rechtsrutsch im eidgenössischen Parlament nachdenklich. Will die Bevölkerung wirklich diese Abschottung und Entsolidarisierung? Wo sind unsere sozialen Werte geblieben? Geht es uns zu gut und haben wir deshalb Angst vor einem wirtschaftlichen Abstieg?

Die nächsten vier Jahre werden zeigen, wohin uns die politische Grosswetterlage führt. Wichtige Probleme müssen gelöst werden: Die Sicherung der Sozialwerke, die Energiewende, der Umgang mit den Menschen die vor Krieg und Armut flüchten, das Verhältnis der Schweiz mit der EU, die Auswirkungen des starken Frankens usw. Ich bin gespannt, wie die bürgerlichen Rezepte bei den Wahlen 2019 honoriert werden.

Nun konzentriere ich mich wieder als Grossrätin auf die kantonale Politik. Auch hier gibt es noch viel zu tun und ich werde mich weiterhin FÜR ALLE STATT FÜR WENIGE einsetzen!

Herzlichen Dank für Ihre Stimme!

Andrea Lüthi

Mein politisches Profil: Smartspider 2015







Meine Haltung

Dem Kanton Bern geht es angeblich finanziell schlecht. Dies ist die Folge einer unverantwortlichen Steuerpolitik der bürgerlichen Mehrheit im Grossen Rat während der letzten Jahren. Mit den beschlossenen Sparmassnahmen im Sozialbereich, im Gesundheitswesen und in der Bildung wurde in der Novembersession 2013 die rote Linie endgültig überschritten. Es darf nicht sein, dass beispielsweise die Krankenkassenprämiensubvention gestrichen, die Beiträge an die Spitex gekürzt und die Klassengrössen erhöht werden, nur um die Steuergeschenke für ein paar Privilegierte zu finanzieren. Oder finden Sie es richtig, dass eine Familie pro Jahr zwar 200 Franken weniger Motorfahrzeugsteuern bezahlen muss, dafür aber zukünftig 2'000 Franken weniger Krankenkassenprämiensubvention erhält?

Bei meiner Arbeit als Sozialarbeiterin erlebte ich tagtäglich wie Jugendliche bei der Lehrstellensuche resignieren, wie Working Poors jeden Franken umdrehen müssen und wie Menschen immer weiter an den Rand gedrängt werden.
Dies gilt es zu verhindern und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. Gleichberechtigung soll nicht nur ein Schlagwort sein, sondern konkret umgesetzt werden: gleiche Löhne für gleiche Arbeit, Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Bildungschancen für Alle, Integrationsmassnahmen für MigrantInnen, Steuergerechtigkeit usw.

Auch als Geschäftsleiterin der Berner Konferenz für Sozialhilfe, Kindes- und Erwachsenenschutz BKSE setze ich mich auf kantonaler Ebene für die Entwicklung des Sozialwesens im Kanton Bern ein.

1. Mai-Rede in Burgdorf

Am 1. Mai 2015 durfte ich in Burgdorf – sozusagen als eine Vorrednerin von Pedro Lenz – eine Solidaritätsansprache halten. Ich widmete sie den Working Poor, also den Erwerbstätigen in Armut. 2013 waren im Kanton Bern 1‘400 Menschen vollzeit erwerbstätig und mussten trotzdem ergänzend mit Sozialhilfe unterstützt werden, weil ihr Einkommen nicht für den Lebensunterhalt reichte. Der 1. Mai ist die richtige Gelegenheit um genügend Arbeitsplätze und existenzsichernde Löhne zu fordern.

Die Sozialhilfe war ursprünglich als vorübergehende Hilfe in Notlagen gedacht. Aber in den letzten Jahren übernahm sie zunehmend die Funktion einer längerfristigen Sozialrente weil die vorgelagerten Systeme (wie IV, ALV, Prämienverbilligungen) ihre Leistungen gekürzt haben. Die Sozialversicherungen sanieren sich auf Kosten der Sozialhilfe.

Dokumente zum Downloaden:
Denn die einen sind im Dunkeln
und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte,
die im Dunkeln sieht man nicht.


(Berthold Brecht, Dreigroschenoper)